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Tag: Beton
ARLEENE - WIE SAG ICH´S MEINEN KINDERN?

Arleene
Rasse: Mischling
Geschlecht: Hündin
Geboren: 07.2020
Schulterhöhe: 62 cm
(Von Arleene, seit Juli 2023 unfreiwillige Expertin)
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser. Wenn Sie diesen Text lesen, interessieren Sie sich vielleicht für Hundeerziehung. Dann lassen Sie mich Ihnen sagen: Ich habe inzwischen fast drei Jahre Praxiserfahrung; leider nicht im Garten oder im Wohnzimmer, sondern im Beton.

Kapitel 1: Wählen Sie den richtigen Untergrund. Rasen wird überbewertet, ebenso wie Sand. Beton dagegen hat Charakter. Er ist hart, nackt und speichert jede Temperatur, die gerade als besonders unangenehm empfunden wird. Im Sommer beschert er Ihnen Brandblasen an den Pfoten, im Winter dafür Erfrierungen und abgerissene Haut, die an dem nassen, vereisten Untergrund kleben bleibt. Dadurch lernen Ihre Welpen schon früh, sich anzupassen und dass Weinen überhaupt nichts bringt.

Kapitel 2: Ruhig bleiben trotz Dauerlärm. Umgeben von Jaulen, Winseln, Bellen, Metallklirren und immer neuen Gesichtern hinter Gittern entwickeln junge Hunde eine ausgezeichnete Fähigkeit, gelassen zu bleiben. Ich habe meine Kinder gelehrt, dass nicht jedes laute oder fremde Geräusch zwangsläufig Gefahr bedeutet. Manchmal heißt es nur, dass wieder einer umsonst gehofft und gewartet hat.





Erkennen Sie die Ironie? Die Menschen suchen gesellige, liebevolle, selbstbewusste Hunde und ich sitze hier mit genau diesen Eigenschaften. Man muss nicht laut sein, um es verdient zu haben. Man muss nicht perfekt sein, um richtig zu sein. Ich habe meine Aufgabe erfüllt. Meine Kinder sind erwachsen und sind freundlich geblieben. Das war nicht ohne weiteres zu erwarten, besonders unter den gegebenen Umständen.

Jetzt wäre ich gern einmal nicht nur Mutter, sondern einfach die Hündin Arleene.Vielleicht ist ja 2026 das Jahr, in dem Sie und andere gutherzige Menschen beschließen, dass wir uns nicht länger im Warten üben müssen, sondern endlich anfangen dürfen zu leben. Wir sind mehr als bereit für das erste Kapitel außerhalb dieses Leitfadens.

Genug der Theorie, hiermit schließe ich meinen Betonratgeber. Für den Praxisteil beginnen Sie bitte mit Kapitel Zum Telefon greifen - natürlich gern auch für eins meiner Kinder Armindo, Arunny und Arriel, Meine Vermittlerin freut sich riesig auf Ihren Anruf und ich bin voller Vorfreude und kann es kaum erwarten.
Yvonne Beier
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0173-2788571
aus dem Ausland:
+49173-2788571
per EMail:
01.04.2026, 20.02 | (0/0) Kommentare | PL
NORGEN - ANLAGE ZUM TRAUMHUND

Norgen
Rasse: Labrador Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 03.2019
Schulterhöhe: 60 cm
Lieber Mensch!
Hast Du manchmal Langeweile oder kommst Du viel zu selten hinaus an die frische
Luft, in die schöne Natur? Fühlst Du Dich hin und wieder allein, ungesehen und
ungeliebt? Hast Du gerade nicht viel zu lachen in Deinem Leben und an treuen,
stets verfügbaren Freunden fehlt es auch? Dann geht es Dir genau wie mir!

Ich bin ein knapp siebenjähriger, beeindruckender Hundemann und hause seit nunmehr fast drei
Jahren in diesem schrecklichen Gefängnis. Hier gibt es nur Gitter, Beton,
Schmutz und viele Hunderte hoffnungsloser Hunde. Uns bleibt nur eine winzige
Chance, diesen furchtbaren Ort irgendwann lebend zu verlassen, indem wir uns
von unserer besten Seite zu zeigen, wenn die Tierschützer mit den Fotoapparaten
uns ein., zweimal im Jahr für ein paar Minütchen besuchen dürfen.
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Sie sagen, ich sei freundlich und verträglich und kein bisschen aggresiv, aber ich wirke bekümmert und angespannt. Wen wundert das? Ich bin bellend, mit erhobener Rute auf sie zugelaufen. Dann habe ich sie neugierig beschnuppert und mich sofort wieder beruhigt. Aber wachsam und auf der Hut bin ich in diesem unheimlichen Riesenlager eigentlich immer. Wo und bei wem ich die Jahre davor gelebt habe, weiß ich nicht; jedenfalls hat man man mir dort beigebracht, wie man manierlich an der Leine läuft. Allerdings lasse ich mich nur ungern anfassen – keine Angst, ich schnappe nicht zu, nur so recht genießen kann ich es nicht. Dafür verstehe ich mich blendend mit meinen Artgenossen. Ich teile meine Betonbox mit Annetta, und über eine nette Hundefreundin im neuen Zuhause würde ich mich echt freuen.

Vielleicht ist die Lösung für Dein und mein Problem ganz einfach: Dir fehlt ein guter Hund genauso wie mir eine gute Familie. Eine, die mich freundlich willkommen heißt und mich lehrt, das zu genießen, was ich zum täglichen Leben brauche: leckeres Fresschen, ein gemütliches Körbchen, Spaziergänge und einen Auslauf oder Ausguck im Garten, gelegentlich Gesellschaft von anderen Vierbeinern und ganz besonders Deine/Eure Liebe und Fürsorge.

Da ist noch eine Sache, die ich lieber verschweigen würde, aber es ist wohl besser, Du weißt darüber Bescheid: Ich habe Leishmaniose. Das ist so eine doofe Infektionskrankheit, die bei uns im Süden ziemlich oft vorkommt. Zwar lässt sie sich nicht heilen, aber gut behandeln und wenn du auf mich achtest, kann ich damit richtig alt werden.

Danke fürs Lesen und für Deine Hilfsbereitschaft, auch wenn Du selbst mich gerade nicht bei Dir aufnehmen kannst. Wir Hunde spüren trotzdem den guten Willen. Und wer weiß? Vielleicht hast Du ja einen Freund, der einen kennt, dessen Hund verstorben ist oder weißt jemanden, der jetzt Zeit hat in seinem Tag, dem nur noch die passende vierpfotige Begleitung fehlt. Dann wäre uns beiden geholfen!
Es grüßt, mit einem wackeren Wuff,
der Norgen
Tanja Roth
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31.03.2026, 20.56 | (0/0) Kommentare | PL
JONTAR - WER SCHREIBT SEIN HAPPY END?

Jontar
Rasse: Mischling
Geschlecht: Rüde
Geboren: 08.2021
Schulterhöhe: 62 cm
März 2926: Neuer Tag, neues Glück? Das mag für andere gelten, aber nicht für mich. Keiner sieht mich, keiner ruft mich beim Namen. Was einmal Hoffen und frohes Erwarten war, sitzt jetzt zuviel auf den Knochen und zuwenig auf der Seele. Die Tage tropfen auf den Zwingerboden und versickern im rauen Beton.


Als mich
die Tierschützer einmal kurz besuchen durften, sagten sie mir: "Lieber Jontar,
warte nur ab, deine Familie kommt schon bald." Und ich wartete, warte immer
noch, aber niemand meldet sich für mich. So vergehen die Jahre und mein Leben
verrinnt.

Ich sehe
andere Hunde kommen und gehen. Eine von ihnen ist Jozefina, meine Schwester.
Sie hat den Jackpot geknackt und ein Zuhause bei einer ganz lieben Familie
gefunden. Ich bleibe zurück und werde immer runder, stiller, und müder. Nur
noch selten frage ich mich, ob mein Bild auch endlich einmal zum Lieblingsbild
von einem Menschen wird.
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Jacoby und Betsy sind meine Freunde. Wir teilen das Warten miteinander, aber schon längst nicht mehr die
Hoffnung. Was einmal Welpenmut hieß, ist jetzt ein unsichtiger, dicker Hund mit
stillen, traurigen Augen, kaum noch Muskeln und glanzlosem Fell.

Dabei
mache ich alles richtig. Ich dränge mich nicht vor, belle nicht aufdringlich,
halte durch. Ich lasse mir vorsichtig das Halsband anlegen, folge tapfer, oder
stehe still, wie es gerade verlangt wird. Die Tierschützer sagen, ich sei
folgsam, sanft und vorsichtig hoffnungsvoll - aber ich frage mich: Erfährt das
überhaupt jemand? Oder ist auch das nur so ein Satz, der ungelesen in einem
Aktenordner verschwindet? Warum bin ich nie der, auf den jemand wartet? Bin ich
unsichtbar? Ich möchte doch so gern irgendwo ankommen und wissen, wie sich
richtiges Leben anfühlt.

Ich bin
Jontar und ich hoffe immer noch, dass meine Geschichte endlich jemand zu Ende liest.
Vielleicht schreibst Du ja sogar das Happy End.
Dein Jontar
Daniela Koenemann
ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin
Telefon
aus Deutschland:
0176 - 24 63 36 19
aus dem Ausland:
+49176 - 24 63 36 19
per EMail:
Daniela.Koenemann@pro-canalba.eu
WAS BISHER GESCHAH:
August 2023: Jacoby, Jontar, Jorik, Jorina, Jozefina und Julinda - einst sechs niedliche, kleine, unschuldige Welpchen, die in der Hundehölle landeten. Die drei Buben und drei Mädchen sind inzwischen erwachsen, ihre Welpenniedlichkeit konnte keinen von ihnen retten. Umso nachdenklicher stimmt es mich, wenn ich auf den Fotos und Videos der Geschwister sehe, dass sie sich nicht aufgegeben haben, sondern immer noch lustige und freundliche Wesen sind, die unsere Tierschutzkameraden freudig begrüßen. Sonnenscheine in einer trostlosen Welt. Wie kann es sein, dass sie dort noch vor sich hinvegetieren müssen, anstatt im eigenen Zuhause für Spaß und gute Laune zu sorgen?


Es muss ein heißer Sommertag, Ende August 2021 gewesen sein, als Jontar und
seine Geschwisterchen das Licht der Welt erblickten. Kaum zwei Monate alt,
wurden sie ins Hundelager gebracht; ob sie ausgesetzt oder frei geboren
und aufgegriffen wurden, wissen wir nicht. Seitdem fristen sie ihr Dasein
an diesem düsteren, furchteinflößenden Ort, verbringen ihre Tage auf nacktem
Beton in nicht endenwollendem Einerlei, ohne Gras unter ihren Pfoten, ohne
einen Ort, an den sie sich einmal zurückziehen könnten, ohne streichelnde Hände
und jegliche Fürsorge. Unvorstellbar? Ja, aber leider traurige Wirklichkeit.


August 2024: Inzwischen sind drei Jahre vergangen, in denen aus einer Rasselbande niedlicher Welpen ein Rudel erwachsener Hunde wurde; verlassen, weggeschlossen und hinter Gitterstäben vergessen. Einzig ihre Schwester Jozefina, die nun Josy heißt, wurde im Dezember 2023 von einer dieser weltbesten Familien adoptiert und lebt nun glücklich und geliebt in ihrem eigenen Zuhause.
17.03.2026, 11.42 | (0/0) Kommentare | PL
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Geboren vor 70 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.

