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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Tierschützer

DAEVIR - PFEIFT SICH SEINE WELT, WIE SIE IHM GEFÄLLT



Daevir


Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 01.2025

Schulterhöhe: 34 cm


April 2026: Kannst du pfeifen? Ich lerne es gerade; und wenn ich es erst richtig gut kann, pfeife ich auf sämtliche Hundelager der Welt. Ich bin nämlich ein Pfiffikus und wir Pfiffiküsschen sind geboren, um fröhlich zu sein und Menschen zum Lachen zu bringen.




Ich war gerade ein Jahr alt, als ich ins Hundegefängnis kam, und hier hocke ich nun seit fünf Monaten. Mir reicht´s! Hier ist es gruselig, schmutzig und kein bisschen schön.

Als ich hierhergebracht wurde, war es bitterkalt. Wir mussten uns auf dem eisigen Betonboden zusammenkuscheln, um nicht zu erfrieren. Endlich ist es wärmer geworden, aber jetzt pfeifen die Spatzen von den Dächern, dass schon bald das nächste Eend im Asyl auf uns zurollt: der Sommer.




Dann wird es hier brüllend heiß und es gibt keinen Schutz vor der brennenden italienischen Sonne. Wir werden schrecklichen Durst leiden und können nur hoffen, dass sich jemand erbarmt und uns wenigsten manchmal etwas frisches Wasser bringt. Aber wenn das genauso läuft wie mit dem Futter, dann habe ich wenig Zuversicht.


Unsere Zellen werden auch nur selten saubergemacht. Alles ist voll mit… na, du weißt schon, was…Es ist nass, es stinkt und von dem ganzen Dreck habe ich schon Pickel auf der Nase. Das sollte sich dringend ein Tierarzt ansehen, aber der darf ja nicht rein in unseren Kerker. Ich werde mich wohl weiter mit dem Jucken und Brennen quälen müssen.


 
Vor einigen Tagen gab es einen Lichtblick: Die Tierschützer durften uns endlich wieder einmal besuchen. Die waren supernett! Ich habe mich dermaßen gefreut und mein Schwanz hat sich vor Begeisterung wie ein Propeller gedreht, dass ich beinahe abgehoben wäre. Die Tierschützer lachten und sagten, ich sei ein pfiffiges Kerlchen. Dann haben sie mit mir das Laufen an der Leine geübt, und weil ich sehr aufgeweckt und gelehrig bin, habe ich das auf Anhieb super gemacht.


Die Tierschützer haben sich auch gefreut, dass meine zwei Freunde und ich in unserer Zelle so miteinander auskommen. Ich vertrage mich nämlich mit allen, mit Rüden und Hündinnen, jawoll. Ich kann ein richtig guter Freund sein und die anderen aufmuntern, wenn sie traurig sind. Das schaffe ich bestimmt auch bei Menschenfreunden.




Die Tierschützer versprachen mir, dass ich jetzt auf ihre Seite im Internetz komme, und wer so einen kleinen Pfiffikus wie mich sucht, der kann mich dort gar nicht übersehen. Ich hoffe sehr, dass mich bald jemand findet; denn je länger wir hier im Hundelager aushalten müssen, desto mehr verlieren wir unsere Fröhlichkeit, unsere Jugend und unsere Gesundheit - eigentlich unser Leben. Das klingt furchtbar traurig.




Drum, wenn du einen Pfiffikus wie mich haben möchtest, dann pfeife doch bitte ganz schnell meine Vermittlerin an. Die weiß, was zu tun ist und wie ich ratzfatz bei dir sein kann; weil dann nämlich das passiert, wofür ich so doll übe: Wir pfeifen gemeinsam auf alle Hundeknaste der Welt und tun, wozu Pfiffiküsschen geboren werden – fröhlich sein und gemeinsam lachen.



Mai 2026: Püüüüh-püüüüh! Hört ihr mich? Ich bin´s, Daevir, euer Pfiffikus aus dem Hundelager. Das Pfeifen klappt noch nicht ganz, aber ich übe fleißig weiter. Ich will doch vorbereitet sein, wenn endlich meine Menschen auftauchen.


Und stellt euch vor: Die netten Tierschützer waren wieder da! Da habe ich natürlich gleich mein bestes "Schaut mal, was ich kann!" - Gesicht aufgesetzt. Erst habe ich mit dem Schwanz gewedelt, dann bin ich an der Leine spazierengegangen. Und was soll ich sagen? Püüüüh-püüüüh - ich mache das richtig gut! Ich laufe artig mit und zeige, dass in mir ein gelehriger, kleiner Hundemann steckt.




Außerdem teile ich meinen Zwinger jetzt mit den Welpen Atreo und Aiko. Die beiden bringen ordentlich Schwung in die Zelle, und ich mache einfach mit. Ich bin fügsam, verspielt und freundlich, auch mit den Kleinen. Zusammen pfeifen wir uns ein bisschen Mut zu, damit das ewige Warten nicht ganz so schwerfällt.




Aber mein allergrößter Herzenswunsch bleibt derselbe: Raus hier! Ich möchte nicht länger im Hundelager vor mich hinpfeifen, sondern gemeinsam mit meinen Menschen durchs Leben trällern. Also, hörst du mein Pfeifen? Dann pfeif du doch bitte nach meiner Vermittlerin! Vielen, lieben Dank!



Sabine Wojtok

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Nickname 30.09.2026, 20.50 | (0/0) Kommentare | PL

ALVIDA - SIE SIND NICHT ALLE SO!


Alvida


Rasse: Mischling

Geschlecht: Hündin

Geboren: 09.2022

Schulterhöhe: 51 cm


"Was haben sie nur mit dir gemacht, kleine Alvida? Hast du auf der Straße gelebt in einer Gegend, in der Hunde mit Stöcken und Steinen verjagt werden? Oder hast du zu Hause Prügel bezogen?  Du kannst es uns nicht sagen; aber wir wissen auch so, dass du Menschen begegnet sein musst, die dich grausam behandelt haben und dass du erst lernen musst, dass wir nicht alle so sind. Sonst würdest du dich nicht am liebsten unsichtbar machen, sobald du einen von uns erblickst.



Man zeigte uns deine Bilder, und wir konnten erkennen, wie gern du dich in einem Mauseloch verkrochen hättest, als die netten Tierschützer dir dann auch noch Halsband und Leine angelegt haben. Aber du hast es über dich ergehen lassen, ohne zu knurren oder gar zu beißen, denn du bist ein ganz liebes Mädchen, dem man leider übel mitgespielt hat.



All das geschah in deinen ersten zwölf Lebensmonaten. Rund um deinen ersten Geburtstag gerietest du dann in dieses düstere, furchteinflößende Hundelager und hast seitdem nie einen Menschen zu Gesicht bekommen; zumindest keinen, der es gut mit dir meinte, bis die Tierschützer dich besucht haben. Sie erzählten uns auch, dass du in deiner Zelle mit Rüden und Hündinnen gleichermaßen einträchtig zusammenlebst, denn wie gesagt, du bist ein liebes Mädchen und weißt, wie man sich unter Artgenossen benimmt.


Was du aber im Augenblick noch nicht weißt, dir sicher nicht einmal vorstellen kannst: Es gibt Menschen, die möchten, dass du es gut bei ihnen hast. Sie sind geduldig, verständnisvoll und wissen, dass man sanft und behutsam umgehen muss mit einem kleinen Hundemädchen, welches in jungen Jahren schon soviel Schmerz und Leid erdulden musste.



Und genau diese Menschen wollen wir für dich finden, liebe, kleine Alvida. Es fällt ja so leicht, sich in dein süßes Gesichtchen zu verlieben. Sei also ganz unbesorgt, mein Schatz. Wir als Tierschützer kennen uns ein wenig aus und sind sicher, dass da draußen dein Mensch, deine Familie nur darauf wartet, dich in seinem oder ihrem Leben willkommen zu heißen. Vielleicht wirst du für immer einen Rest des schweren Päckchens mit dir herumtragen, das man dir in deiner Welpenzeit aufgeladen hat. Aber gemeinsam schafft ihr den Weg in ein fröhliches, unbeschwertes Hundeleben. Halt nur noch ein kleines Weilchen durch, der erste Schritt ist schon getan!"



Sabine Wojtok

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Nickname 04.09.2026, 16.31 | (0/0) Kommentare | PL

JACOBY - WÖRTER, DIE KEINER FINDET



JACOBY


Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 08.2021

Schulterhöhe: 60 cm


Tage, Stimmen. Immerzu und überall Stimmen. "Benny! Molly! Komm!" Jeden Tag hört man Wörter, die fliegen wie Leckerli durch die Luft, geworfen von lachenden Menschen, aufgefangen von fröhlich bellenden Hunden. Manche Namen werden mit Liebe ausgesprochen, viele mit Sehnsucht, andere einfach so.


Nur meiner fällt nie: Jacoby. Ich höre meinen Namen in der Stille. Ich fühle ihn, wenn alle anderen fort sind und ich allein in meinem Zwinger liege. Manchmal probiere ich ihn aus, ganz leise in Gedanken, und stelle mir vor, wie er in einer warmen Stimme klingt; wie es wäre, wenn jemand ihn laut ruft; nicht aus Versehen, sondern weil er wirklich mich meint.





Aber sie rufen, sie streicheln, sie adoptieren andere. Meine Schwester und meine Freunde durften gehen, sie durften diesen traurigen Ort verlassen, weil jemand sie beim Namen gerufen hat. Ich bin übriggeblieben, mit all den liebevollen Sätzen in meinem Herzen, die niemand je zu mir gesagt hat.


"Wart nur ab, Jacoby, irgendwann kommt auch dein Mensch, oder deine Familie und holt dich hier raus!" Das ist lange her. Ich habe gewartet, 365 Tage, 730 und inzwischen schon über 1500. Jeden einzelnen davon habe ich meinen Namen inwendig gespürt und ihn doch nie gehört. Ich weiß, wie die Jahreszeiten riechen und wie schwer Worte wiegen, wenn sie nicht ausgesprochen werden.


Ich bin freundlich und geduldig. Ich habe mich immer bemüht, möglichst unsichtbar und unauffällig zu sein, weil niemand nach mir ruft und nach mir verlangt. Vielleicht war das ein Fehler und ich habe deswegen keine Leine kennengelernt, weil ich nie dorthin durfte, wo ein Name mehr bedeutet würde als ein Eintrag in einer Liste.





Tage und Nächte vergehen, ich werde älter, schwerer und ruhiger. Meinen Alltag teilte ich lange mit Jontar und Betsy. Die beiden hatten Glück, sie durften in den Sicheren Hafen umziehen und warten dort auf ihre(n) Menschen. Ich blieb allein zurück. Wenn die Tierschützer mich alle paar Monate einmal für wenige Minuten besuchen kommen, spreche ich innerlich meinen Namen wie ein stilles Gebet. Manchmal glaube ich, die Sehnsucht hängt als Klang in der Luft, doch niemand nimmt sie wahr.


Was würde wohl passieren, wenn jemand an das Gitter käme, innehielte und meinen Namen sagte? Was könnte auf einmal in mir lebendig werden, wenn da draußen wirklich jemand wäre, der nicht einfach nur einen Hund sieht, sondern Jacoby ruft. Mich.


Vielleicht bist du das, liebe Leserin, lieber Leser. Vielleicht sprichst du am Ende das Wort aus, das mein Leben zum Leuchten bringt, fängst meinen Namen auf und heilst die Stille und Leere in mir und um mich herum.





Und wenn die Zeit reif ist, kann ich das allererste Mal hören, wie mein Name klingt: Jacoby.


Bitte ruf DU mich, damit ich endlich weiß, wie es sich anfühlt, einen Namen zu haben, kein Niemandshund mehr zu sein und nach Hause zu kommen.




Daniela Koenemann

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Nickname 29.08.2026, 20.57 | (0/0) Kommentare | PL

PLUGH - UND WENN ER NICHT GESTORBEN IST…



Plugh


Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 01.2015

Schulterhöhe: 60 cm


 Hallo du, ich bin Plugh.

Man sagt, ich bin ein unkomplizierter Kerl und ich glaube, das stimmt wirklich. Ich gehe offen auf Menschen zu, freue mich über Nähe und genieße jede Streicheleinheit. Ich muss nicht lange überlegen, ob ich jemanden mag. Gerade deshalb verstehe ich nicht so ganz, was gerade passiert.

Es heißt, dass ich vielleicht bald an einen Ort kommen soll, an dem es laut ist, voll und unruhig. Ein Ort, an dem es nicht mehr um mich geht, sondern nur noch darum, irgendwie da zu sein und Geld zu bringen. Ich habe ein bisschen Angst, dass ich dort einfach untergehe. Dabei wünsche ich mir gar nichts Großes und brauche auch nicht viel. Ich möchte einfach dazugehören. Bei Menschen sein, die mich sehen, die Zeit mit mir verbringen und bei denen ich bleiben darf. 

Ich bin bereit für mein eigenes Zuhause. Für ein Leben, in dem ich nicht nur warte, sondern wirklich ankomme. Vielleicht liest du das gerade und denkst an mich.


DEIN PLUGH



Plugh, unser freundlicher Senior, steht kurz davor, aus einer privaten Pension in eines der furchtbaren, tödlichen Hundelager abgeschoben zu werden. Dort wird er unter tierquälerischen Bedingungen bis zum bitteren Ende sein Dasein fristen müssen, wenn wir ihm nicht umgehend helfen. Bitte unterstützen Sie uns dabei, für Plugh endlich sein erstes schönes Zuhause zu finden. Lesen Sie bitte seine Geschichte, verbreiten Sie sie in Ihren sozialen Netzwerken und erzählen Sie anderen Menschen von ihm. Denn nur gemeinsam werden wir es schaffen, den liebenswerten Rüden vor dem Schlimmsten zu bewahren.



Aber der Reihe nach: Es war einmal ein süßes, kleines Fellknäuel namens Plugh, das ein Zuhause bei Menschen mit Haus und Garten hatte. Allerdings wurden diese Menschen seiner Gesellschaft schnell überdrüssig, sodass Plugh bis zu seinem sechsten Lebensjahr ausschließlich im Garten hausen musste - ohne Ansprache, ohne Streicheln, ohne Spielen. Irgendwann störte Plugh sogar im Garten und musste endgültig fort. Wenigstens wurde er nicht einfach auf die Straße geworfen, wie das nur allzu oft geschieht. Er zog in eine Pension um und blieb dort, bis seine Menschen das Pensionsgeld nicht mehr bezahlten und dem armen Rüden die Abschiebung in ein trostloses Hundelager drohte.




Zu seinem Glück nahm eine kleine Gruppe von Tierschützern sich seiner an und bezahlte fortan für seine Unterkunft, wie sie das bereits für etliche andere gestrandete Hunde taten in der Hoffnung, dass die Tiere in einem zweiten Anlauf ein Für-immer-Zuhause finden würden. Im Mai vergangenen Jahres traf die Tierschützer dann aber die Hiobsbotschaft, dass sie alle Zwinger räumen müssten, da diese zu nah am Fluss und somit in möglichem Hochwassergefahrengebiet lägen.




Nun stehen Plugh und zwanzig weitere Hunde erneut auf der Abschussrampe in Richtung seelenloses Hundegefängnis, aus welchem es für ihn kaum ein Entkommen mehr geben wird. Daher suchen wir sehr dringend eine Familie oder eine einzelne Person, die unseren anspruchslosen Plugh so schnell es irgend geht bei sich aufnehmen möchte.




Plughie, wie ihn die freiwilligen Helferinnen und Helfer liebevoll nennen, ist ein älterer, genügsamer Hundemann. Trotz der traurigen Umstände, unter denen er sein ganzes bisheriges Leben zubringen musste, ist er ein netter, umgänglicher Hund geblieben. Bei aller Bescheidenheit würde er sich über ein altersgerechtes, warmes Bettchen freuen, genauso wie über viele Streicheleinheiten und gemütliche, ruhige Spaziergänge in der Natur.


An der Leine läuft er schon richtig gut. Allerdings vermuten die Freiwilligen, dass man Plughie in seinem früheren Garten öfter einmal aus Spaß das Fressen weggenommen haben muss; er mag es überhaupt nicht, wenn Menschen sich ihm nähern, während er frisst. Für dieses Verhalten kann er nichts, man muss es bitte respektieren, bis er es vielleicht irgendwann einfach vergisst. Aber das ist auch die einzige kleine Baustelle, die die Tierschützer bisher an ihm beobachtet haben.




Unser lieber Oldie würde sich so sehr über ein fürsorgliches Zuhause freuen, in welchem er seinen Lebensabend verbringen darf. Wenn Sie das Ihre mit Plugh teilen möchten, dann melden Sie sich doch bitte bei uns. Falls Sie noch weitere Fragen haben, wird Plughies Vermittlerin sie Ihnen gern beantworten. Vielen, lieben Dank!



Simone Horn

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Nickname 28.08.2026, 20.30 | (0/0) Kommentare | PL

BROGAN - SCHON BALD IHR LIEBLINGSLABRADORPANTHER?

BROGAN




Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 12. 2016

Schulterhöhe: 56 cm


Die Mutter ein Labrador, der Vater ein Panther - so stellt man sich Brogans Herkunft unwillkürlich vor, wenn man ihn zum ersten Mal sieht. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Natur hier einfach einen besonders guten Moment hatte. Denn Brogan ist einer dieser Hunde, die man nie mehr ganz vergisst. Unaufdringlich, freundlich - und doch mit einer Ausstrahlung, die haften bleibt:




Sanfte, braune Augen, ein offener, wacher Blick, ein weißer Streifen auf der Brust und an allen vier Pfoten kleine weiße „Zehen; dazu tiefschwarzes, glänzendes Fell, das nicht zu einem Hund passen will, der in einem Canile einsitzen muss. Und dennoch fristet Brogan sein Dasein in einem solchen Hundegefängnis, nur umgeben von Gitterstäben, Beton, Schmutz und dem verzweifelten Bellen vieler hunderter Mitgefangener.




Mitte August 2024 wurde er, fast achtjährig, hierher abgeschoben, aus seinem bisherigen Leben herausgerissen und in eine Umgebung gesetzt, die nichts mehr erklärt, sondern nur noch festhält. Wir wissen nicht, was vorher war. Jedoch deutet vieles an Brogan darauf hin, dass er einmal mit Menschen zusammengelebt hat; vielleicht in einem Zuhause, in dem Stimmen, Gerüche und feste Gewohnheiten ihm Sicherheit gaben. Jedenfalls kennt er Menschen und vertraut ihnen.


Als ihn die Tierschützer im November 2025 zum ersten Mal besuchen durften, trafen sie einen Hund, der ohne zu zögern auf sie zuging. "Schön, dass ihr da seid!" schien er sagen zu wollen. Sie beschrieben ihn als gutmütig und offen, als einen Hund, der Nähe sucht und an allem Anteil nehmen möchte.




Er geht recht ordentlich an der Leine, wobei er noch ein wenig zieht; aber ist es ein Wunder, wenn sich nach der langen Zeit in einem Betonkerker von gerade einmal vier Quadratmetern, ohne jeden Auslauf, sein Bewegungsdrang Bahn bricht? Und wie nicht anders zu erwarten, versteht Brogan sich auch problemlos mit Artgenossen und verhält sich bei Begegnungen eher unterwürfig.




Mittlerweile ist der liebe Brogan knapp zehn Jahre alt. Das macht seine Geschichte so besonders dringend, denn ihm bleibt keine Zeit mehr fürs Aufschieben, fürs Warten auf irgendwann. Es darf nicht sein, dass ein Hund wie er seinen Lebensabend hinter Gittern verbringen muss - freundlich, menschenbezogen und doch übersehen.




Brogan braucht einen Menschen, der Freude an täglichen Spaziergängen hat, aber von seinem Hund keine sportlichen Höchstleistungen verlangt; der versteht, dass ältere Hunde ruhiger werden dürfen und trotzdem neugierig bleiben - und der weiß, dass die gemeinsame Zeit möglicherweise begrenzt, aber deshalb nicht weniger wertvoll, sondern umso kostbarer ist.




Dafür bringt Brogan bringt alles mit, was wirklich zählt und glücklich macht: Sanftmut, Vertrauen, Freundlichkeit und diese besondere Art, sich leise und wie selbstverständlich ins Herz zu kuscheln.


Brogans Vermittlerin freut sich auf Ihren Anruf; und wir drücken fest die Daumen, dass dieser wunderbare Hund endlich gesehen wird - nicht später, nicht irgendwann, sondern genau jetzt.



Tanja Roth

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Nickname 22.07.2026, 11.00 | (0/0) Kommentare | PL

ELOWEN - TRAUMTÄNZERIN IM MONDLICHT




Elowen


Rasse: Mischling

Geschlecht: Hündin

Geboren: 03.2019

Schulterhöhe: 55 cm


Es ist tiefdunkle Nacht. Elowen rennt über satte, grüne Wiesen. Ihre Pfoten scheinen den Boden kaum zu berühren und bewegen sich gleichmäßig und wieselflink. Sie schnuppert die klare Luft, den Duft von Blumen und jault vor Freude auf.


Der Mond beleuchtet ihr friedliches schlafendes Gesicht und lächelt. Wenigstens dürfen die Hunde im Canile von einem besseren Leben träumen und im Schlaf ein paar Stunden lang glücklich sein. Woher mag Elowen wissen, wie die Welt da draußen sein kann - wurde sie doch schon als winzigesWelplein in das kalte, herzlose Hundegefängnis gesteckt? Hat sie nach fünfeinhalb Jahren in Gefangenschaft wirklich noch eine Erinnerung daran, wie sich Freiheit anfühlt? Vielleicht haben ihr auch andere Leidensgefährten davon erzählt? Sie teilt sich ihr Betonloch mit einem freundlichen Rüden, mit dem sie sich wunderbar versteht. Freundschaften sind in einem Hundelager überlebensnotwendig; denn in Einzelhaft, zu der leider viele Hunde willkürlich und völlig unbegründet verdammt sind, ist der triste Alltag praktisch nicht zu ertragen.





Wenn die lieben Tierschützer zu Besuch kommen, darf Elowen mit einigen anderen auserwählten Glückspilzen für ein paar Minuten mit auf die Wiese. Solche besonderen Augenblicke gibt es allerdings höchstens ein- bis zweimal im Jahr. Mehr erlaubt die Gefängnisleitung nicht, es könnte sonst zuviel von den unsäglichen Lebensbedingungen im Lager nach außen dringen.


Elowen hat ein helles Köpfchen. Sie ist äußerst gelehrig und hat sich beim letzten Mal genau gemerkt, was man ihr gezeigt hat: An der Leine zu laufen. Die netteTierschützerin lobt sie. Elowen ist immer ein bisschen schüchtern und ängstlich, wenn Menschen sich ihr nähern; aber das Lob tut ihr wohl. Noch um vieles besser und spannender sind allerdings die vielen unbekannten Gerüche. In dieser duftenden Bibliothek würde sie gern stundenlang stöbern; aber leider darf man hier nichts ausleihen und mit in die Zelle nehmen.





Die lange, entbehrungsreiche Zeit im Canile hat ihre Spuren bei Elowen hinterlassen. Sie wird von Hautentzündungen geplagt und hat verkrustete Stellen im Gesicht und an den Ohren. Ähnlich wie bei uns Menschen liegt die Ursache hierfür in dauerhaftem Stress, der im Hundelager ein ständiger Begleiter ist und vor dem es kein Entrinnen gibt; zu laut, zu schmutzig, zu eintönig, zu brutal, zu miserable Verpflegung, zu harter Boden, zu beengter Raum, zu wenig bis keine tierärztliche Betreuung, zu aussichtslos. Einzig ihre Träume von einem schöneren Leben und die Hoffnung – falls Hunde hoffen können – dass diese Träume sich irgendwann erfüllen, helfen ihr, an diesem düsteren Ort auszuhalten und sich nicht aufzugeben.




Möchten vielleicht gerade Sie die Träume unserer Elowen wahr werden lassen und unserer Überlebenskünstlerin ein Leben schenken, welches diesen Namen auch verdient? Bevor der Mond wieder hinter den Wolken verschwindet, leuchtet er noch einmal ganz hell über die Kontaktdaten von Elowens freundlicher Vermittlerin. Es liegt nun bei Ihnen, das Schicksal dieser sanften, zarten Hündin endlich zum Guten zu wenden. Vielen, lieben Dank!


 

Simone Leitenbauer

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Nickname 11.07.2026, 21.11 | (0/0) Kommentare | PL

ALIDA- EISPRINZESSIN ODER BETTELPRINZESS?


ALIDA


Rasse: Maremmano Mischling
Geschlecht: Hündin
Geboren: 2017
Schulterhöhe: 60 cm


Mai 2026 - Stellen Sie sich vor, Sie würden jeden Morgen aufwachen und die Welt um Sie herum wäre immer gleich – grau, kalt und voll quälender Einsamkeit. Für Alida ist das kein Gedankenspiel, sondern seit mittlerweile sieben Jahren traurige Wirklichkeit. Seit sie als kleiner Welpe in eines dieser fürchterlichen italienischen Hundelager gesperrt wurde, hat sich ihr Dasein nicht verändert. Ihr Alltag ist geprägt von Gleichgültigkeit und dem Fehlen jeglicher Fürsorge. Die Hunde sind weiter nichts als als geduldige Geldmaschinen, ihr Leid berührt hier niemanden. Es zählt einzig und allein, dass sie existieren und so lange wie möglich durchhalten, damit der Rubel gehörig rollt. Für Mitgefühl oder gar Liebe bleibt da kein Platz.

Alida fristet ihr jämmerliches Dasein also in völliger Verwahrlosung. Ihr Fell ist derart verfilzt, dass sie sich kaum mehr richtig bewegen kann. Das ist unbequem und belastend; ein sichtbares Zeichen dafür, wie sehr sie vernachlässigt wurde und ein Spiegel ihres bisherigen Lebens: Statt einer stolzen Eisprinzessin ist sie nurmehr Schatten ihrer selbst. Aber unter all dem Filz verbirgt sich eine wahre Hundeschönheit.

Unsere Tierschützer berichten, dass Alida im Gehege oft besorgt und zurückhaltend wirkt, sobald Menschen sich ihr nähern. Die jahrelange Vernachlässigung hat tiefe Spuren in ihrer Seele hinterlassen. Im ersten Teil des Filmchens sieht man, wie sie Abstand hält und den Störenfried misstrauisch beäugt. Im zweiten Teil fasst sie vorsichtig Mut und versucht, sich langsam zu nähern; ein winziger Hoffnungsschimmer, der zeigt, dass sie sich noch nicht vollständig aufgegeben hat.

Nun braucht Alida dringend Sie, um endlich im Leben ankommen und sich zu der Schönheit entwickeln zu können, die unter all dem Schmutz und Filz verborgen liegt. Damit das Glück dann auch von Dauer ist, vermitteln wir unsere Herdenschutzhunde und -mischlinge nur in ein Zuhause mit einem größeren, sicher eingezäunten Grundstück. Bitte informieren Sie sich über die Wesensmerkmale dieser Traumhunde auf unserer Homepage unter Auslandstierschutz / Herdenschutzhunde. Vielen, lieben Dank!



Mai 2023 - Unsere wunderschöne Eisprinzessin Alida sucht immer noch ihre Familie zum Glücklichsein. Seit über vier Jahren wacht sie Tag für Tag in diesem schrecklichen Betonzwinger auf und träumt vielleicht jede Nacht denselben Traum von Abenteuern, der großen weiten Welt und einem behüteten, liebevollen Zuhause. Sie möchte endlich ein Familienhund werden, als Familienmitglied geliebt und respektiert werden. Sie sehnt sich danach, willkommen zu sein und auch bestimmte Regeln zu lernen, die ihr bisher niemand vermittelt hat. Liebe, Geduld und Einfühlungsvermögen werden ihr helfen, in ihrem neuen Zuhause ankommen. Als Maremmanomischling trägt sie die Gene einer Herdenschutzhündin in sich. Dies bedeutet, sie könnte es sich zur Aufgabe, Haus, Hof und Familie zu beschützen.


Wir suchen für unsere weiße Schönheit ein Zuhause mit einem großen, eingezäunten Garten, in dem sie in der Sonne liegen und alles beobachten kann. Sie hat einen Knubbel am Kopf, welcher sich jedoch nicht verändert und sie auch nicht stört. Geben Sie der zauberhaften Alida eine Chance, sich zu entfalten und ihr wunderbares Wesen zu zeigen?




 

 


Ina Schoenfuss

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ALVIS - EINMAL HOFFNUNG UND ZURÜCK



Alvis


Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 10.08.2022

Schulterhöhe: 60 cm


Dezember 2022: Alvis und seine Schwestern Adrianne, Alof und Annelene kamen mit gerade einmal 4 Wochen (!) in das grausamste, uns bekannte italienische Hundelager. Wo die vier Kleinen vorher waren, wie sie in die Hundehölle kamen und was aus ihrer Mama wurde, wissen wir nicht. Jedoch gibt es für Hundekinder keinen schrecklicheren Platz, um dort aufwachsen zu müssen.



 
Die mit uns befreundeten Tierschützer durften das Hundegefängnis eine Woche vor Weihnachten überraschend noch einmal besuchen. Wir möchten den Mitgliedern der italienischen Organisation "ALFA - Associazione Love For Animals" unsere größte Hochachtung aussprechen. Für tierliebende Menschen bedeutet es jedesmal einen seelischen Kraftakt, diese Hölle auf Erden zu betreten in der Gewissheit, nur den allerwenigsten helfen zu können und dass lediglich eine Handvoll glücklicher Hunde diesen gottlosen Ort jemals wieder lebend verlassen wird.





Aber an diesem trüben Sonnabend vor Weihnachten haben sich unsere Freunde erneut der Ungerechtigkeit und den tierquälerischen Zuständen in dieserer Hundeverwahranstalt gestellt und die vier kleinen Welpen entdeckt. Vielleicht war es ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk für die Dreikäsehochs; denn der kurzeBesuch von lieben Menschen bedeutete nicht nur eine Abwechslung in ihrem trostlosen Zwingeralltag: Sie bekommen bei uns nun eine Bühne, die die ihnen die Eintrittskarte in die Freiheit sichern wird - das hoffen wir jedenfalls inbrünstig.





Die Tierschützer beschreiben die Geschwister als freundlich, verspielt und den Menschen gegenüber aufgeschlossen. Vermutlich werden sie eine mittlere Größe erreichen.  




Und heute? Alvis war noch ein Baby, als man ihn gnadenlos in einen Kerker warf, in dem kein Hund jemals landen dürfte. Von da an gab es für ihn harten Beton anstatt weicher Wiese, Einsamkeit und Kälte anstatt Geborgenheit und Wärme, Angst anstelle von Sicherheit. Seinen drei Geschwistern war das Schicksal gnädig. Sie wurden gesehen und gerettet, sie durften die freudlose Vergangenheit hinter sich lassen und anfangen zu leben.





Alvis blieb als einziger zurück. Vielleicht war er nur zu schüchtern, um jemandem aufzufallen. Denn statt laut bellend auf sich aufmerksam zu machen, fiept er nur leise, wenn ab und zu einmal Menschen vorbeikommen. Und er hofft noch immer, dass irgendjemand auch ihn liebgewinnen und mitnehmen wird.




Heute ist Alvis kein Baby mehr, sondern ein junger Hund, dessen Seele viel zu früh lernen musste, wie sich Einsamkeit und Sehnsucht anfühlen. Er hat so viel verpasst und so viel verloren. Trotzdem hat er sich seinen Glauben an die Menschen bewahrt und die Hoffnung, dass da draußen jemand ist, der nicht an ihm vorbeisieht.






Bitte, sehen Sie ihn. Er ist bereit, das Leben zu lernen und möchte nur allzu gern ankommen, vertrauen, rennen, schlafen dürfen ohne Angst. Und er möchte jemandes bester Freund sein. Deshalb bitten wir hier und heute für ihn - für Alvis, der immer noch wartet, nachdem alle anderen längst gegangen sind.




Daniela Koenemann

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ANNIUS - WIE LANGE NOCH BIS ZULETZT? ZULETZT IST JETZT



Annius


Rasse: Mischling

Geschlecht: Rüde

Geboren: 01.06.2015

Schulterhöhe: 62 cm


Nach all den Jahren im Lager, nach all der Zeit,

in der wir versucht haben ein Zuhause für den großen alten Buben zu finden… ist es zu spät.
Jetzt hätte er reisen können, jetzt wäre es endlich wahr geworden.

Er hat es nicht mehr erleben dürfen.
Annius ist tot. Manuela und Stefano fanden ihn heute Morgen sterbend im Zwinger.

Das Einzige, was sie noch tun konnten, war den Tierarzt zu rufen, damit er ihn erlöst.

 So wahnsinnig es klingt: Ohne die Aussicht auf die Adoption hätten sie ihn nicht besuchen dürfen. 

Wer weiß, wie lange er sich dann noch hätte quälen müssen. 
So weh es jetzt auch tut, lieber Annius - Du hilfst uns stark zu sein

und für Hunde wie dich weiterzukämpfen.

Lauf schnell, lauf weit, großer Bube. Wir werden dich nicht vergessen.

Für all deine Leidensgenossen werden wir nicht aufhören, immer und immer wieder stark zu sein.


RIP lieber Annius





"Die Hoffnung stirbt zuletzt!" So sagten die netteren Menschen, die manchmal hier vorbeikommen, zu mir. Es soll wohl bedeuten, dass immer noch etwas Gutes passieren kann, auch wenn es lange dauert und man schon nicht mehr daran glaubt.


Tja, was soll ich sagen? Ich denke, zuletzt ist jetzt. Im Sommer 2020 brachte man mich hierher, an diesen trostlosen, lauten, grauenhaften Ort. Seitdem gab es nichts, rein gar nichts, das mir auch nur ein kleines bisschen Hoffnung gemacht hätte. Im vergangenen Frühjahr dann kamen Menschen zu Besuch, die sich Tierschützer nannten und zur Abwechslung wirklich ganz freundlich waren. Die haben mir Hoffnung gemacht, dass es besser werden kann, dass es da draußen noch andere tierliebe Menschen gibt, die mich hier herausholen werden.





Das ist jetzt ein Jahr her; ein weiteres, endlos langes, trauriges Jahr, und ich bin immer noch hier. Niemand hat je nach mir gefragt.



Zuletzt ist jetzt.



Vermutlich bin ich einfach zu alt, zu groß, zu dunkel, zu kaputt. Ich wirke nicht nett genug, weil ich bin keiner bin, der gleich freudig schwanzwedelnd auf jeden zugeht. Meine Erfahrungen mit den Arbeitern hier im Lager haben mich vorsichtig werden lassen, deswegen erscheine ich eher etwas mürrisch. So einen wie mich will bestimmt niemnd haben, oder doch?





Im vorigen Jahr habe ich mir mein Gefängnis noch mit zwei Hundefreundinnen geteilt, seit kurzem sitze ich in einer Einzelzelle. Weil es mir schlecht geht, ist das besser für mich, haben die vom Lager gesagt. Dass ich nicht lache! Ja, es geht mir nicht gut; ich habe fürchterliche Schmerzen, die Gelenke tun mir unfassbar weh. Das Laufen fällt mir schwerer, Hinlegen und Aufstehen sind mühsam. Auch im Liegen ist es nicht besser, denn hier gibt es keinen Korb, keine Decke, keinen Unterschlupf, nur kalten, harten Beton. Jetzt habe ich nicht einmal mehr Hundegefährten, die mich die tödliche Langeweile ein bisschen besser ertragen ließen. Ich bekomme auch keine Tabletten gegen die Schmerzen, denn dafür wird kein Geld ausgegeben, das stecken sich die, die hier das Sagen haben, lieber selbst in die Tasche. Es interessiert sie auch überhaupt nicht, wie es uns geht; und die, die es kümmert, nämlich die Tierschützer, die sind machtlos, die können nichts unternehmen, Wenn sie es doch versuchen und draußen von uns erzählen, dann dürfen sie nie wieder zu uns.



Zuletzt ist jetzt.



Neulich kamen sie wieder zu mir; aber obwohl sie richtig lieb waren und mich mich eigentlich gefreut habe, musste ich sie anbellen. Es ist hier drinnen so laut, immer nur Lärm von über tausend Hunden, die um Hilfe bellen und weinen, ich stehe so unter Stress, ich bin so allein. Ich will das nicht mehr, die sollen mich Ruhe lassen. Deswegen habe ich sie so böse angebellt, obwohl ichdas eigentlich gar nicht wollte, aber…


Zuletzt ist jetzt.





Meine einzige Hoffnung, diesen schrecklichen Ort noch lebend zu verlassen: dass mich jemand sieht, der mich nicht zu alt, zu groß, zu dunkel und zu kaputt findet und sich von meinem Schutzpanzer aus Missmut und Abwehr nicht abschrecken lässt. Das ist ja alles bloß äußerlich; tief in meinem Innerenn sehne ich mich Liebe, Wärme und Geborgenheit. Wenn irgendwer - wenn vielleicht gerade DU mich haben willst, mich in Dein Herz und Dein Zuhause lässt und mir auch etwas gegen meine Schmerzen gibst, dann ist zuletzt doch noch nicht jetzt.


 

Margot Wolfinger

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THAVINE - AND THE OSCAR GOES TO…



Thavine


Rasse: Mischling

Geschlecht: Hündin

Geboren: 01.2026




Ein herrlicher Frühlingstag in Italien. Die Vögel zwitschern, die Sonne kommt hinter den Wolken hervor und strahlt auf das kuschelige Körbchen der Hundekinder Thavine und Tiriel. Thavine streckt sich genüsslich und stuppst ihr Brüderchen Tiriel an. Werde schnell wach, Tiriel. Ein spannender Tag voller Abenteuer erwartet uns. Noch mehr Abenteuer, antwortet Tiriel und gähnt herzhaft. Wir haben doch gestern schon unsere Spielsachen versteckt, mit unseren Menschen gekuschelt und sind über eine weiche Wiese mit den bunten Blumen getobt.




Stopp! Falscher Film! Denn das ist nicht der, in welchem Hundekinder die Hauptrolle spielen, die in der Geborgenheit einer Familie oder eines Lieblingsmenschen aufwachsen dürfen. Dies ist der Film von Welpen, die mit zwei Monaten von ihrer Mama getrennt und in einem Hundelager entsorgt wurden. Statt in dem kuscheligen Körbchen werden sie auf einem kalten, schmutzigen Betonboden schlafen müssen, bis ihre Knochen wundgescheuert sind; und statt Vogelzwitscher wird sie jeden Morgen das Bellen und Jaulen ihrer Mitinsassen wecken, von denen viele ebenfalls seit ihrer Welpenzeit dort eingesperrt sind, ab da kein einziges Mal ihre Zelle verlassen haben und in dieser auch irgendwann einsam und vergessen sterben werden.





Thavine und Tiriel hatten seltenes, unfassbares Glück: Die Tierschützer durften auf Stippvisite zu ihnen. Für die beiden Hundekinder bedeutete dies einen Augenblick der Freiheit und Unbeschwertheit auf der Besuchswiese. Hier konnten sie zum ersten Mal nach Herzenslust schnuffeln und rennen. Beim Leinenführigkeitstest ist die kleine Thavine zwar durch-, aber dafür durch ihren Einfallsreichtum aufgefallen: Sie hat die Leine kurzerhand zweckentfremdet und zur Spielkameradin gemacht.




Leider sind die Besuche durch die Tierschützer gezählt. Wenn sie das nächste Mal vorbeikommen - vielleicht in einigen Monaten oder sogar erst Jahren, je nachdem, wie es den Canilebetreibern gefällt - dann wird Thavine viel von ihrer Unbeschwertheit und ihrem hundekindlichen Zutrauen verloren haben. Sie wird nicht wissen, dass sie im falschen Film ist, denn den Film vom glücklichen Hundeleben wird sie bis dahin nicht kennenlernt haben; nur den, in dem Leben nichts anderes als Überleben heißt. Überleben in einer Welt, die es gar nicht geben dürfte.





Und nun, liebe Leserinnen, liebe Leser, geben wir Ihnen eine Fernbedienung in die Hand. Welcher Film soll für Thavine die nächsten zwölf bis vierzehn Jahre laufen? Film B (bei Publikum und Presse durchgefallen), in dem die Kleine elend in der Hundeverwahranstalt vor sich hinvegetiert, bis sie, gezeichnet durch körperliche und seelische Vernachlässigung, diese Welt verlässt? Oder Film A (löste schon bei der Uraufführung wahre Begesteirungsstürme aus), in dem sie die Hauptrolle in Ihrem Leben spielt, fröhlich und vertrauensvoll an Ihrer Seite aufwächst, um mit Ihnen als beste Freundin durchs Leben zu gehen? Sie halten die Fernbedienung in der Hand; und um Ihnen die Wahl zu erleichtern, haben wir schon die Telefonnummer von Thavines Vermittlerin einprogrammiert. Bitte rufen Sie an.  Thavine und wir freuen uns auf Sie. Vielen, lieben Dank!



Daniela Koenemann

ist Ihre persönliche Ansprechpartnerin

 

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ÜBER MICH:Geboren vor 71 Jahren als waschechte Berliner Pflanze, mit reinem Spreewasser getauft und in der Heimatstadt fest verwurzelt geblieben.
Verheiratet mit dem besten aller Ehemänner und glückliches Frauchen von neun allerliebsten Fellnasen.





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